Autor: Filmkürbis

300 (2006)

Regie: Zack Snyder
Original-Titel: 300
Erscheinungsjahr: 2006
Genre: Action, Fantasy, Kriegsfilm
IMDB-Link: 300


Zack Snyder ist ein Regisseur, den man sehr leicht schon anhand weniger Bilder erkennen kann. Optik ist alles, der Inhalt hingegen überschätzt. Im Grunde scheint sein ganzes Schaffen darauf ausgerichtet zu sein, epische Kampfszenen zu zeigen, in denen sich toxische Männerbilder mit ordentlich Muckis oder übersexualisierte Frauen gegenseitig den Schädel einschlagen. An der Spitze dieses Schaffens steht der Kurzfilm „300“, eine nach Frank Miller sehr freie Interpretation der Schlacht an den Thermopylen. In der Geschichte und im Film schlugen sich dort Spartaner und Perser gegenseitig den Schädel ein. Der ganze Inhalt des Films ist rasch erzählt und passt auf eine Serviette: Perser wollen alle beherrschen, Spartaner wollen nicht beherrscht werden, also macht deren Anführer Leonidas (Gerald Butler) mit gut eingeölten 299 Getreuen (darunter Michael Fassbender in einer Rolle a la „Er war jung und brauchte das Geld“) einen Strandspaziergang, um in einer Engstelle Perser abzuschlachten. Die werfen allerhand fantastische Kreaturen in die Schlacht, aber alle rutschen auf der Ölspur aus, die die Spartaner hinterlassen, und tun sich fürchterlich weh dabei. Da aber ein solcher Kurzfilm allein nicht kinotauglich ist, greift Snyder zu einem gefinkelten Trick: Er lässt den Film einfach in Slow Motion ablaufen, um so die Dauer auf kinotaugliche zwei Stunden zu strecken. Hier wird in Zeitlupe Liebe gemacht (Lena Headey darf dabei mal Nippel zeigen), in Zeitlupe marschiert, in Zeitlupe abgeschlachtet und natürlich auch in Zeitlupe gestorben. Die Optik ist natürlich eine Wucht – seien es die satten Brauntöne, in die der Film gefärbt ist, seien es die atemberaubend choreografierten Kampfszenen – es ist schon klar, warum der Film von vielen als Meisterwerk gefeiert wird. Aber diese toxischen, eingeölten Männerbrüste und diese dümmlichen Dialoge mit ihrem „Ehre über alles“-Geschwafel, weshalb sich Snyder nicht zu Unrecht den Vorwurf gefallen lassen musste, einen faschistoiden Film gedreht zu haben, trüben das Vergnügen über die optische Meisterschaft aber immer wieder. So ist „300“ eine ambivalente Geschichte, auch in der Bewertung. Die ikonische Stilistik und Optik des Films ist gut für mindestens 8 Kürbisse, die rückwärtsgewandte Story für maximal 2. Macht also salomonische 5 Kürbisse.


5,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

WALL-E: Der Letzte räumt die Erde auf (2008)

Regie: Andrew Stanton
Original-Titel: WALL-E
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Animation
IMDB-Link: WALL-E


Vorweg eine Warnung: Diesen einleitenden Zeilen folgt keine Filmkritik, sondern eine Liebeserklärung. „WALL-E: Der Letzte räumt die Erde auf“ von Andrew Stanton ist einer der ganz großen Animationsfilme der Geschichte. Man kann sich noch immer darüber wundern, dass er keine Oscarnominierung als bester Film bekommen hat, sondern „nur“ als bester Animationsfilm ausgezeichnet wurde. Denn „WALL-E“ ist extrem mutiges, optimistisches wie mahnendes, sensibel erzähltes wie relevantes Kino. Die Geschichte des auf der Erde zurückgelassenen Aufräum-Roboters WALL-E, der eine eigene Persönlichkeit entwickelt hat, sich verliebt und seiner Liebe in den Weltraum folgt, ist einerseits bittersüß und bietet andererseits eine von Stanton gut genutzte Gelegenheit, ein paar wichtige Ansagen zur Conditio humana loszuwerden. Denn WALL-E gibt es nur deshalb, weil die Menschheit den Planeten Erde so nachhaltig abgefuckt hat, dass organisches Leben darauf nicht mehr möglich ist. Die Überreste der Menschheit vegetieren in gigantischen Raumschiffen als fettleibige Freizeitparkbesucher vor sich hin – und WALL-E scheint zu Beginn mehr Persönlichkeit zu haben als alle überlebenden Menschen zusammen. Es braucht dann eben einen kleinen, tapferen Roboter, um die Menschheit aus ihrer Lethargie erwachen zu lassen. Und das Schöne an der ganzen Sache ist: WALL-E hat keine Agenda, er ist nicht der moralindurchtränkte mahnende Zeigefinger, der die Menschen aufrütteln will. WALL-E ist einfach nur verliebt. Und die Liebe ist verdammt noch mal die stärkste Triebfeder für unser Handeln, die es gibt, liebe Leute. Also, nehmt euch ein Beispiel an WALL-E, seid lieb zueinander und passt gut auf diesen Planeten auf. 


9,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © Disney/PIXAR. Quelle http://www.imdb.com)

Death to 2020 (2020)

Regie: Charlie Brooker
Original-Titel: Death to 2020
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Satire, Politfilm
IMDB-Link: Death to 2020


Ein bisserl Masel hatten die Macher von „Black Mirror“ mit ihrem Jahresrückblick „Death to 2020“ ja schon. Veröffentlicht am 27. Dezember auf Netflix gingen sie frech davon aus, dass in den letzten Tagen des Jahres nichts mehr passieren würde, was in ihrem voreilig veröffentlichten Film sonst fehlen würde. Immerhin hielten sich in den USA die Anhänger des orangenen Proud Boy-Knallkopfs an den Zeitplan und stürmten das Kapitol erst im Jänner. Und so greift „Death to 2020“ im Schnelldurchlauf dann doch alle wichtigen Themen des vergangenen Jahres auf. Schon nach den ersten fünf Minuten wird einem noch einmal so richtig bewusst, was für eine absolute Shitshow auf politischer und gesellschaftlicher Ebene 2020 tatsächlich war. Vieles hat man ja zwischenzeitlich schon erfolgreich verdrängt. Danke, Charlie Brooker, dass du uns den ganzen Mist noch mal nach oben spülst! Waldbrände in Kalifornien, Buschbrände in Australien, Brexit-Chaos, Kettengerassel zwischen Iran und den USA nach der Ermordung von Soleimani, nicht erwähnt, aber durch die Nachrecherche zu dieser Kritik wieder ins Bewusstsein geholt: der Großbrand des Affenhauses in Krefeld, der Terroranschlag in Hanau – und das alles, bevor die erste Fledermaussuppe serviert wurde. Und dann eben dieser wunderschöne Rückfall ins Mittelalter: Eine weltweite Seuche, fundamentalistische Verschwörungstheoretiker, die Wissenschaftler als Ketzer und Häretiker mit Mistgabeln aufspießen wollen, und die Gesandten Gottes in Form der ÖVP-Spitze unter Oberapostel Sobotka, die zum gemeinsamen Gebet ins Parlament laden. Und da soll noch mal einer behaupten, Zeitreisen wären heutzutage noch nicht möglich. Letzteres sparen Charlie Brooker und sein Team gnädigerweise aus, aber Österreich ist nicht der Nabel der Welt, und mit der Aufarbeitung der Fehltritte von Johnson, Bolsonaro und Trump sind die Macher des Films eh gut beschäftigt. Dabei bekommt Brooker tatkräftige Unterstützung aus Hollywood: Samuel L. Jackson als Journalist, Hugh Grant als konservativer Historiker, Lisa Kudrow als dauerlügende Pressetante des Weißen Hauses sind da nur die Speerspitze, Grant und Kudrow dabei die parodistischen Highlights, wenn man von Trump absieht, der selbst seine eigene bestmögliche Parodie abgibt. Das Erschreckende an dem Film ist aber, dass all das, was hier humorvoll aufgearbeitet wird, auch wirklich passiert ist. Da bleibt einem so manches Lachen im Hals stecken. Ein wenig mehr Drive hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle gewünscht, auch sind manche Kommentare zum Weltgeschehen noch immer viel zu zahm – mir wären da noch deutlichere Worte eingefallen. Man hätte den Pegel also durchaus noch etwas nach oben drehen können. 2020 hätte es verdient. Hoffen wir mal, dass es keine Fortsetzung „Death to 2021“ braucht, um diese Empfehlung noch umzusetzen.


6,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 2020 Netflix, Inc., Quelle http://www.imdb.com)

Die unendliche Geschichte (1984)

Regie: Wolfgang Petersen
Original-Titel: Die unendliche Geschichte
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Fantasy
IMDB-Link: Die unendliche Geschichte


„Aber das Buch war viel besser!“ – „Aber die Spezialeffekte wirken heute nur noch lächerlich!“ – „Aber die Handlung ergibt irgendwie keinen Sinn!“ – „Aber es wird ja nur die Hälfte der Geschichte erzählt!“ Alles richtig. Wenn man die Verfilmung des grandiosen Bestsellers von Michael Ende unter der Regie von Wolfgang Petersen kritisch auseinandernehmen möchte, findet man viele Ansatzpunkte, die alle ihre Berechtigung haben. Hier schreibt aber der 8jährige Filmkürbis, dessen größter Wunsch es war, selbst einmal mit Fuchur fliegen zu dürfen, der panische Angst vor dem Gmorg hatte, der sich selbst Namen für die Kindliche Kaiserin ausgedacht hat, kurz: Hier schreibt jemand, der sich von der Magie der Geschichte und Phantásiens einfangen ließ und dabei nicht auf nur schwer bewegliche Puppen oder mäßig ausgeführte Spezialeffekte schaute. Hier schreibt jemand, der sich selbst in Koreanders Buchladen schleichen und das geheimnisvolle Buch mit dem Aurýn-Symbol mitgehen lassen wollte. Seltsamerweise habe ich das Buch erst viele Jahre später gelesen, da war ich schon in meinen Dreißigern, und welchen Eindruck der Film damals auf mich machte, lässt sich am einfachsten daraus ablesen, dass auch die Kenntnis des Buches (und ja, es ist noch so viel besser und vielschichtiger als der Film) meinen weiteren Sichtungen des Films nichts anhaben konnte. Auch heute noch, nach wer weiß wie vielen Wiederholungen, werde ich zum Achtjährigen mit leuchtenden Augen, sobald sich Bastian Balthasar Bux (Barret Oliver) auf den Schuldachboden verkriecht und Atréju (Noah Hathaway) auf seinem treuen Pferd Artax losreitet, um Phantásien vor dem Nichts zu retten. Und wenn ich selbst mal Kinder habe im passenden Alter, dann werde ich ihnen nicht nur das Buch in die Hand drücken, sondern auch gemeinsam mit ihnen den Film ansehen, und sie werden ihn verdammt noch mal mögen, denn sonst werfe ich sie dem Gmorg zum Fraß vor!


8,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 1984 Warner Bros. Ent., Quelle http://www.imdb.com)

Girls Club – Vorsicht bissig! (2004)

Regie: Mark Waters
Original-Titel: Mean Girls
Erscheinungsjahr: 2004
Genre: Komödie
IMDB-Link: Mean Girls


Es gibt Filme, die sind perfekt für ihr Zielpublikum und lassen einen Filmkürbis eher ratlos zurück. „Mean Girls“ von Mark Waters nach einem Drehbuch von Tina Fey, die auch einen Auftritt im Film hat, ist so ein Fall. Wenn man den Film im richtigen Alter gesehen hat, funktioniert er wohl bestens, wie mir meine bessere Hälfte bestätigte. Aber wenn du als bald 40jähriger Kerl zum ersten Mal siehst, wie sich Lindsay Lohan und Rachel McAdams in der High School beharken, bewunderst du maximal die langen Beine in kurzen Röcken, aber eigentlich denkst du dir: „Mädels, chillt mal ein bisschen, eure Endgegner kommen doch alle erst viel später, und sie heißen 5:30-Uhr-Wecker, Finanzamt, Naschereien-vor-dem-Fernseher und Am-24.-Dezember-Geschenke-Einkaufen-Weil-Ihr-Davor-Keine-Zeit-Hattet.“ Aber gut, jeder Generation ihre eigenen Kämpfe. In diesem Fall versucht die Neue an der Schule, die Südafrikanerin Cady (Lindsay Lohan), die Clique der Plastics (Rachel McAdams, Amanda Seyfried und Lacey Chabert) zu infiltrieren und wird letztlich von ihr absorbiert – sehr zum Missfallen ihrer Freunde. Man fühlt sich an die Borgs aus Star Trek erinnert, nur tragen die Borgs in diesem Film Gucci-Handtaschen und Armani-Kleider. Dem Thema „Zugehörigkeit“ wird in „Mean Girls“ viel Raum geboten, doch statt sich ernsthaft an das Thema anzunähern, wird daraus ein Zickenkrieg inszeniert, der ein bisschen an der möglichen Gesellschaftskritik vorbeisegelt und lieber den Pfad des Klamauks nimmt. Das ist ja in Ordnung, und das kann auch sehr erfrischend und lustig sein, aber halt nicht für grumpy Filmkürbisse in den Spätdreißigern. Objektiv betrachtet ist der Film vermutlich besser, aber subjektiv gibt’s 4,5 pinke Kürbisse.


4,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Sabrina (1954)

Regie: Billy Wilder
Original-Titel: Sabrina
Erscheinungsjahr: 1954
Genre: Liebesfilm, Drama, Rom-Com
IMDB-Link: Sabrina


Bert Brecht hat es im Moritat von Mackie Messer in seiner Dreigroschenoper auf den Punkt gebracht: „Denn die einen sind im Dunkeln / Und die andern sind im Licht. / Und man sieht die im Lichte / Die im Dunkeln sieht man nicht.“ Während Terrasse und Haus der Industriellenfamilie Larrabee hell beleuchtet ist für Cocktailpartys und Empfänge, bleibt die Garage, über der die Chauffeurstochter Sabrina (Audrey Hepburn) wohnt, dunkel, und sie selbst versteckt sich im Baum, um einen Blick auf den geliebten Erben, Lebemann und Nichtsnutz David Larrabee (William Holden) zu erhaschen. Überflüssig zu sagen, dass David ihre Gefühle nicht erwidert, sie nicht einmal richtig wahrnimmt. So geht Sabrina nach Paris, um kochen zu lernen, und als sie zwei Jahre später zurück in die Heimat kommt, bringt sie ein bisschen französisches Flair und Pariser Eleganz in die Bude, sodass auch David nur noch mit den Ohren wackeln kann und sich sofort in die junge Schöne verguckt. Blöd nur, dass schon die Hochzeit mit der Magnatentochter Elizabeth (Marthy Hyer) arrangiert ist. Es wäre die vierte des David Larrabee. Sein Bruder Linus (Humphrey Bogart) beobachtet die sich entwickelnde Romanze kritisch, denn mit Elizabeth kommen zwanzig Millionen Dollar Aussteuer und der wichtigste Zulieferer zum neuen Geschäftszweig der Plastik-Produktion. Also beschließt Linus, in die Beziehung von Sabrina und David einzugreifen – mit allerlei verschlagenen Mitteln, denn als trockener Geschäftsmann steht er auf dem Standpunkt, dass der Zweck die Mittel heiligt. „Sabrina“ von Billy Wilder ist eine temporeich inszenierte Liebesgeschichte, die durchaus gegen Konventionen und Erwartungen läuft und gerade darin die größten Stärken wie Schwächen gleichermaßen hat. Denn während der Film auf eine Verbindung von Sabrina und David und die Läuterung des Lebemanns hinarbeitet, entwickelt sich die eigentliche Liebesgeschichte fast beiläufig und im Hintergrund, sodass das Ende irgendwie nicht ganz stimmig wirkt. Aber sei’s drum. Denn niemand kann so charmant schauen wie Audrey Hepburn, und niemand trägt einen Hut so lächerlich und stilvoll gleichermaßen wie Humphrey Bogart, und niemand kann sich amüsanter zum Deppen machen, wenn er sich auf ein Sektglas setzt, als William Holden, und niemand hatte ein besseres Gespür für komödiantisches Timing als Billy Wilder, und damit macht der Film auch heute noch Spaß.


7,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Photo by MPTV – © 1954 Paramount, Quelle http://www.imdb.com)

5 Zimmer Küche Sarg (2014)

Regie: Jemaine Clement und Taika Waititi
Original-Titel: What We Do in the Shadows
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Komödie, Satire
IMDB-Link: What We Do in the Shadows


Bevor sich Taika Waititi in Hollywood einen Namen machte und es mit Jojo Rabbit sogar zu Oscarwürden brachte, drehte er mit seinem Kumpel Jemaine Clement die abgedrehte Mockumentary „What We Do in the Shadows“. In dieser folgt ein Filmteam einer Vampir-WG in Neuseeland, die neben den offensichtlichen Schwierigkeiten der Nahrungsbeschaffung auch weitaus profanere Probleme haben: Was, wenn einer von ihnen schon seit Jahren seinen häuslichen WG-Pflichten nicht nachkommt und sich der Abwasch bis unter die Decke stapelt? Taika Waititi und Jemaine Clement ließen es sich nicht nehmen, selbst zwei der Hauptfiguren zu spielen, den pedantischen Dandy Viago, der das Filmteam durchs Haus führt, und den von sich eingenommenen Vladislav, der sich etliche seiner mittelalterlichen Ansichten bis in die heutige Zeit bewahrt hat. Vervollständigt wird die WG durch den uralten Petyr (Ben Fransham), der griesgrämig im Keller wohnt, und den jüngsten Vampir der Runde, Deacon (Jonathan Brugh), der mit seiner aufbrausenden Art nicht überall auf Gegenliebe stößt. Als eher versehentlich der als Nachspeise geplante Nick (Cori Gonzalez-Macuer) zur Truppe stößt, selbst Vampir geworden, und er seinen menschlichen Kumpel Stu (Stuart Rutherford) mitbringt, entwickeln sich allmählich Spannungen in der schattigen WG. „What We Do in the Shadows“ (auf Deutsch etwas hatschert mit „5 Zimmer Küche Sarg“ übersetzt) verbindet den Horror mystischer Kreaturen mit dem gewöhnlichen Alltag und führt die Vampire damit ad absurdum. Ein so einfaches wie geniales Rezept, das gerade durch die inszenierte Ernsthaftigkeit die Lachmuskeln so sehr beansprucht wie kaum ein anderer Film der letzten Jahre.


8,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

The Midnight Sky (2020)

Regie: George Clooney
Original-Titel: The Midnight Sky
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Science Fiction, Drama
IMDB-Link: The Midnight Sky


Die Location (Arktis) passt. Der Bart passt. Dennoch spielt George Clooney, der auch Regie geführt hat, in „The Midnight Sky“ nicht einen depressiven Santa Claus, sondern einen depressiven Astronomen. Die Erde im Jahr 2049. Wir haben’s verkackt. Die Erde ist unbewohnbar, die Katastrophe eingetreten (wenngleich diese auch nicht klar benannt wird.) Die letzten Ratten verlassen das sinkende Schiff, nur George Clooney harrt im ewigen Eis aus, um ein Raumschiff, das zu einem kürzlich entdeckten Jupitermond aufgebrochen ist, den man neu besiedeln könnte, vor der Rückkehr zu warnen. Bald stellt er fest, dass er auf seiner Station nicht allein ist. Das junge Mädchen Iris (Caoillinn Springall) ist zurückgelassen worden, und der grumpy Möchtegern-Santa mit Krebs im Endstadium darf sich neben dem Problem, dass er mit der Sendetechnik seiner Station das Raumschiff nicht erreichen kann, auch noch mit dem schweigsamen Mädchen herumplagen. Die einzige Hoffnung ist, seinen eigenen Hintern plus dem des Mädchens in eine weit entfernte Wetterstation zu bringen, die über eine bessere Sendeanlage verfügt, um so doch noch die Crew der Aether (Felicity Jones, David Oyelowo, Kyle Chandler, Demián Bichir und Tiffany Boone) vor einer Landung zu warnen. Prekäres Detail am Rande: Kommandant Adewole (Oyelowo) und Astronautin Sully (Jones) erwarten ein gemeinsames Kind. Ein Wettlauf um die Zeit beginnt. Wer mit „The Midnight Sky“ allerdings ein actiongeladenes Spektakel erwartet, wird fürchterlich enttäuscht. Vielmehr ist der neue Film von George Clooney ein langsames Kammerspiel zwischen dem ewigen Nichts des Eises und dem ewigen Nichts des Weltalls. Die letzten Menschen scheinen in einem seltsamen Schwebezustand aus Resignation, Reue und Hoffnung wider besseren Wissens zu verharren. Dementsprechend gedrückt ist auch die Stimmung des Films. Und auch wenn so einige ärgerliche, unlogische Szenen das Vergnügen etwas trüben: Dass der Film von manchen Kritiken derart niedergeknüppelt wird, liegt wohl eher an einer ans Genre geknüpften, enttäuschten Erwartungshaltung als am Film selbst. Mehr noch als ein Science Fiction-Film ist „The Midnight Sky“ nämlich ein Endzeit-Drama und ein Abgesang auf die Spezies Mensch. Der Letzte dreht das Licht ab.


6,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Matrix Revolutions (2003)

Regie: Lana und Lilly Wachowski (als Andy und Larry Wachowski)
Original-Titel: The Matrix Revolutions
Erscheinungsjahr: 2003
Genre: Science Fiction, Action
IMDB-Link: The Matrix Revolutions


Alles hat ein Ende. In manchen Fällen ist dies bedauerlich, in anderen wiederum ein Segen. „Matrix Revolutions“, der dritte Teil der Matrix-Trilogie, liegt da irgendwo dazwischen. Denn auf der einen Seite atmet man mal befreit auf, wenn die Geschichte rund um den Erlöser Neo (Keanu Reeves) ihr Ende findet und man keine weiteren Filme ansehen muss (dass nun ein vierter Teil angekündigt wurde, der demnächst die Geschichte weitererzählen soll, ist ein bedauerlicher Umstand unserer Zeit, in der sogar tote Kühe gemolken werden), auf der anderen Seite aber schwingt auch Bedauern mit, wenn man an den grandiosen Anfang der Filmtrilogie und die Möglichkeiten denkt, die dieser angedeutet, aber letzten Endes nicht realisiert hat. Stattdessen wird aus Matrix im letzten Teil endgültig eine verschwurbelte Esoterik-Geschichte, die der Action wegen von völlig unlogischen Kriegsszenen unterbrochen wird, bei denen man die Plomben vieler Schauspieler besser kennenlernen kann als man möchte, weil die ständig den Mund weit aufgerissen haben und martialisch herumschreien. Ja, die Action sieht gut aus, auch nach heutigen Maßstäben. Und ja, es ist cool, dass es einige wirkliche Badass-Frauenrollen gibt, die den Maschinen ordentlich einheizen. Und dass Diversität in diesem Film so selbstverständlich ist, wie man es sich fast zwanzig Jahre später generell immer noch wünschen würde, aber selten verwirklicht sieht. Das sind absolute Pluspunkte für den Film, für den im Grunde ähnliches gilt wie für seinen Vorgänger Matrix Reloaded: Als Actionfilm ist er sehr brauchbar. Über die Story kann und muss man allerdings nur noch den Mantel des Schweigens hüllen. Und was den geplanten vierten Teil betrifft, so habe ich leider gar kein gutes Gefühl bei der Sache.


5,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat:  Quelle http://www.imdb.com)

Matrix Reloaded (2003)

Regie: Lana und Lilly Wachowski (als Andy und Larry Wachowski)
Original-Titel: The Matrix Reloaded
Erscheinungsjahr: 2003
Genre: Science Fiction, Action
IMDB-Link: The Matrix Reloaded


Zugegeben, beim Re-Watch von „Matrix Reloaded“, dem zweiten Teil der Matrix-Trilogie, stellte ich fest, dass der nicht so übel ist, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Zwar wird die Story aus dem ersten Teil so überhöht und damit an die Wand gefahren, dass man stellenweise schreien möchte, aber die Action ist sauber inszeniert und mitreißend und die Special Effects zünden auch heute noch. Als Actionfilm hat sich „Matrix Reloaded“ sehr gut in die heutige Zeit gerettet. Dennoch muss man ein Kerzerl anzünden in tiefer Trauer um das Potential, das mit den beiden Fortsetzungen des legendären ersten Matrix-Films liegengelassen wird. Während Teil 1 noch geschickt mit dem idealen Schein der Matrix und dem Kontrast zur trostlosen Wirklichkeit spielte und so den Zuseher auch bei der Frage mitnahm, welche Pille man denn selbst wählen würde, die blaue oder die rote, den Schein oder die Wirklichkeit, fokussiert Teil 2 mehr auf den Kampf Mensch gegen Maschine und zerfleddert sich da zwischen Kriegspropaganda und gehetzter Action. Dazu kommt eine unglaublich dämliche Party-Szene und der allzu billige Versuch der Wachowski-Geschwister, möglichst cool zu wirken. Wie gesagt, „Matrix Reloaded“ ist beileibe kein schlechter Film, als Actionkracher kann er überzeugen, aber gemessen an der Ausgangslage, die Teil 1 angeboten hat, muss man einfach sagen, dass der Film eine Enttäuschung ist. Auch wenn ich mittlerweile schon eine gewisse Altersmilde an den Tag legen und den Film mehr schätzen kann. Mein 21jähriges Ich hätte ihn damals noch komplett verrissen.


6,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat:  © 2003 WARNER BROS. – U.S., CANADA, BAHAMAS & BERMUDA.2003 VILLAGE ROADSHOW FILMS (BVI) LTD, Quelle http://www.imdb.com)