Autor: Filmkürbis

Last Night (2010)

Regie: Massy Tadjedin
Original-Titel: Last Night
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Drama, Liebesfilm
IMDB-Link: Last Night


„Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“ War’s Goethe? War’s Grillparzer? Egal. Das Zitat jedenfalls ist zeitlos. Und das erfährt auch das junge Paar Joanna und Michael Reed (Keira Knightley und Sam Worthington). Denn Michael schaut der hübschen Kollegin Laura (Eva Mendes) recht begehrlich hinterher und Joanna trifft, während ihr Ehemann zusammen mit jener glutäugigen Dame auf Geschäftsreise ist, unverhofft auf ihre alte Flamme Alex (Guillaume Canet) – und schon bald sehen sich beide mit argen moralischen Konflikten konfrontiert. Gemäß Oscar Wilde („Ich kann allem widerstehen, nur der Versuchung nicht“) plantscht der Eine schon bald im Pool mit der Kollegin, während die Andere mit dem Verflossenen an der Hotelbar versumpert. Die Katerstimmung am nächsten Morgen scheint vorprogrammiert zu sein. „Last Night“ von Massy Tadjedin ist ein wortreiches Beziehungsdrama, das nachzeichnet, wie ein Paar mit nur wenigen Worten und Blicken den Boden unter den Füßen zu verlieren droht, und wie Misstrauen und Vermutungen jegliche Sicherheit untergraben. Keira Knightley spielt die zerbrechliche, unsichere Joanna sehr glaubwürdig. Allerdings hat Sam Worthington das Charisma einer Landschildkröte, und so muss es eine sehr sinnliche Eva Mendes richten, dass die Storyline rund um den Geschäftsmann im Hotelpool nicht komplett baden geht. Joanna ist auch der deutlich vielschichtigere Charakter, mit ihr kann man gut mitfiebern. Viel Neues bietet „Last Night“ allerdings nicht, auch wenn der Film gut gemacht ist und auch das richtige Ende findet, das zu lebhaften Diskussionen nach dem Film einlädt. 


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2010 – Focus Features, Quelle http://www.imdb.com)

Der Supercop (1980)

Regie: Sergio Corbucci
Original-Titel: Poliziotto superpiù
Erscheinungsjahr: 1980
Genre: Komödie, Krimi, Fantasy
IMDB-Link: Poliziotto superpiù


Hier mal ein kleiner Exkurs für die jüngere Leserschaft dieses Blogs. Es gab Zeiten – bevor das Internet alles veränderte, indem es alles jederzeit verfügbar machte – als man mittels VHS-Kassetten und Recorder Filme, die zur Prime Time im Fernsehen liefen, aufnahm, um sie später erneut ansehen zu können. Dabei zitterte ein Finger immer über der Pausetaste des Recorders, um jede Werbeunterbrechung zu erwischen, was aber nie gelang, weshalb der aufgenommene Film dann immer wieder von ein paar Sekunden Werbung unterbrochen war, während die ersten Sekunden nach dem Ende der Werbung in der Regel fehlten, weil man nicht wieder schnell genug auf Record gedrückt hatte. Mit der Zeit und bei öfter wiederholter Sichtung nudelten sich die Kassettenbänder ab, und Film- und Tonspur wurden zum Teil verzerrt wiedergegeben. „Der Supercop“ mit Terence Hill in der Hauptrolle und Ernest Borgnine als Support gehörte zu jenen Filmen in unserer VHS-Sammlung, die am Ende meiner Kindheit schon arg zernudelt waren. Wie sehr habe ich den Film geliebt? Terence Hill als Polizist, der nach einem Atomumfall mit Superkräften ausgestattet ist, die sich beim Anblick der Farbe Rot in Luft auflösen, war ein verwegenes Kerlchen und einfach der coolste. Natürlich malte sich der kleine Kürbis insgeheim aus, was er für tolle Sachen anstellen könnte, hätte er diese Fähigkeiten. Ein paar sehr irre Tagträume, die bis heute nachwirken, entstanden dabei. Und da gab es kein Zögern und kein Zaudern, als ich diese Filmperle meiner Kindheit mal als DVD wiederfand. Man muss aber sagen: Manche Filme überstehen die Transformation vom kindlichen Betrachter zum erwachsenen Filmkritiker nicht so gut. „Der Supercop“ gehört da leider dazu, auch wenn bei der erneuten Sichtung nach vielen Jahren Pause immer noch der kleine Kürbis im Inneren vor Freude hüpft, wenn Terence Hill saftige Watschen an die bösen Jungs verteilt. Aber wenn man härtere Maßstäbe anlegt als die kindliche Freude an satten Schlägereien, bleibt nicht viel übrig, was die Messlatte überspringen kann. So fällt das Fazit verhalten aus: Objektiv betrachtet ist „Der Supercop“ mit seinen käsigen Dialogen und seiner hanebüchenen Story kein guter Film und bleibt hinter vielen anderen Filmen von Terence Hill (und Bud Spencer) zurück. Aber wenn man damit aufgewachsen ist und den Film in Dauerschleife gesehen hat, was will man machen? Es ergibt sich damit das salomonische Urteil von 5,5 Kürbissen, von denen mindestens 3 dem Nostalgiefaktor zugeschrieben werden müssen. 


5,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

The Big Short (2015)

Regie: Adam McKay
Original-Titel: The Big Short
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Komödie, Drama
IMDB-Link: The Big Short


Gut, ich bin nicht Margot Robbie, die sich nackt in der Badewanne räkelt, während sie dem Publikum die Hochfinanz und deren abgekartete Spielchen erklärt. Aber in aller Kürze – soweit ich das Thema selbst verstanden habe: Von einer „Short-Position“ spricht man an der Börse, wenn man auf fallende Aktienkurse spekuliert. Den großen Reibach macht man hier also mit den Verlusten Anderer. Genau das passierte 2007/2008, als Michael Burry (Christian Bale) und ein paar weitere Insider erkannten, dass der komplette US-Immobilienmarkt auf wackeligen Beinen stand, da die Kredite für die Häuser nicht sauber besichert waren. Vielmehr herrschte unter den Investmentbanken Goldgräberstimmung, quasi jeder Kredit wurde bewilligt – Hauptsache, er brachte Kohle rein. So heizte sich der Markt auf, bis es zum großen Knall kam – der Rest ist nachzulesen in sämtlichen Büchern, die sich mit der jüngeren Finanzgeschichte beschäftigen. Jedenfalls gab es hier ein paar vife Burschen (darunter die von Ryan Gosling, Steve Carell und Brad Pitt gespielten Finanzexperten), die erkannten, dass die Blase bald platzen würden und per Shorts gegen den Immobilienmarkt wetteten. Es kam, wie es kommen musste – die Bombe ging hoch und ein paar Leute wurden verdammt reich, während die große Masse der Hausbesitzer vor geplatzten Krediten und Delogierungen stand. Wie sehr dieses Trauma nachwirkt, zeigt sich daran, dass McKays zynischer, temporeicher und brillant inszenierter Film nicht der einzige ist, der sich mit der Thematik beschäftigt – auch 99 Homes von Ramin Bahrani aus dem Jahr davor haut in die gleiche Kerbe. Und ein paar Jahre später schlägt das Volk zurück. Siehe GameStop-Aktienspekulation via Reddit, als sich ein Haufen Kleinanleger und User zusammenschlossen, um Hedgefonds, die auf einen Short von GameStop spekulieren, durch explosionsartige Kursanstiege in die Knie zu zwingen. Die Manager eben jener Hedgefonds werden wohl insgeheim McKay und seinen Film verfluchen, der es geschafft hat, ein so komplexes wie dröges Thema nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern auch in einer Art und Weise aufzuarbeiten, dass es auch für Laien nachvollziehbar wird. Ob „The Big Short“ wirklich einen Einfluss auf die aktuellen Geschehnisse hatte, kann ich zwar nicht sagen. Aber der Gedanke, dass es so sein könnte, ist irgendwie recht befriedigend. 


8,5 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Jaap Buitendijk – © 2015 Paramount Picture, Quelle http://www.imdb.com)

Die Ausgrabung (2021)

Regie: Simon Stone
Original-Titel: The Dig
Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Drama, Biopic, Historienfilm
IMDB-Link: The Dig


Man kennt ja den sogenannten Elevator Pitch: Angenommen, du triffst im Aufzug eine bedeutende Filmproduzentin und hast genau die eine Fahrt mit dem Aufzug Zeit, sie von deiner Story zu überzeugen. Und das wäre nun dein Elevator Pitch für „The Dig“: Ein Mann gräbt ein angelsächsisches Schiff aus. Pitch Ende. Die Filmproduzentin dreht sich zu dir, beäugt dich skeptisch über den Rand ihrer Brille, schiebt sich diese dann mit einer energischen Bewegung zurück auf den Nasenrücken und sagt, während sich die Aufzugstür öffnet, noch über die Schulter hinweg: „Kommen Sie wieder, wenn Sie eine Geschichte haben.“ Und schon wäre es vorbei gewesen mit der Idee, aus der Ausgrabung von Sutton Hoo einen Film zu machen. Zum Glück werden über das Schicksal von Filmen nicht ausschließlich anhand von Elevator Pitches entschieden. Und so dürfen Ralph Fiennes als Ausgräber Basil Brown und Carey Mulligan als Landbesitzerin Edith Pretty ihr Schiff ausbuddeln. Und dabei im Angesicht der Erkrankung von Edith und den drohenden Kriegswolken, die sich am Horizont zusammenbrauen, über die Vergänglichkeit kontemplieren. Es geht in „The Dig“ weniger um die Entdeckung des bedeutendsten angelsächsischen Schiffsgrabes und dessen Folgen, sondern vielmehr um die Zeit an sich, um das Bewahren und das Loslassen, darüber, wie unbedeutend das einzelne Leben im Angesicht der Zivilisationsgeschichte erscheint. Ralph Fiennes und Carey Mulligan mit ihren melancholischen Blicken sind Idealbesetzungen in ihren Rollen. Auch der Rest des Casts (u.a. Lily James, Ben Chaplin, Ken Stott und Johnny Flynn) kann überzeugen. Vielleicht ist der Film an einigen Stellen zu verlangsamt, und was es definitiv nicht gebraucht hätte, ist die schludrig hineingeschriebene Liebesgeschichte zwischen der vernachlässigten Archäologin Peggy Piggott und dem Cousin der Landbesitzerin. Dennoch ist „The Dig“ ein stark gemachtes, entschleunigtes Stück Kino, das sich wunderbar auf einer großen Leinwand gemacht hätte – nicht aufgrund der Wucht der Bilder (dafür gibt es andere Filme), sondern vielmehr, weil es dieser fast meditative Film braucht, dass man sich ablenkungsfrei auf ihn konzentriert, denn nur so wird die Zeit, die er behandelt, auch tatsächlich spürbar. 


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Penelope (2006)

Regie: Mark Palansky
Original-Titel: Penelope
Erscheinungsjahr: 2006
Genre: Fantasy, Komödie, Liebesfilm
IMDB-Link: Penelope


Schwein muss man haben. Mit einer Schweinsnase hingegen sieht die Sache schon wieder anders aus. Diese Erfahrung macht die junge Adelige Penelope (Christina Ricci), auf der ein alter Familienfluch lastet. Erst, wenn sie von jemandem „eigenen Blutes“ trotz Rüssels so geliebt wird, wie sie ist, ist der Fluch aufgehoben. Die hysterische und überprotektive Mutter (Catherine O’Hara) veranstaltet somit Castings unter den Adeligen. Irgendein junger Single wird sich ja schon finden lassen, der den Bann bricht. Doch leider reagieren die oberen Zehntausend beim Anblick Penelopes nicht so wie gewünscht und nehmen in der Regel den direkten Ausgang durchs Fenster. Auftritt Max Campion (James McAvoy), der sich aufgrund von Spielschulden in eine böse Scharade hineintheatern lässt, aber schon bald sein Herz an die blitzkluge wie hübsche Penelope verliert. Kann er den Fluch brechen? In der Zwischenzeit veranstaltet einer der abgeblitzten Fensterstürzer eine Hetzjagd mit Hilfe der Presse, um ganz London das „Monster“ zu zeigen. „Penelope“ von Mark Palansky ist ein modernes Märchen, das sich nicht davor scheut, genau das zu sein – eben ein Märchen. Inklusive Hexen, Flüchen und Prinzen, wobei letztere eher keine gute Figur abgeben. Das alles hätte ganz schön cheesy bis trashig werden können, wäre da nicht Christina Ricci als Herz und Seele des Films. Sie spielt die junge Penelope auf der Suche nach Liebe und vor allem, auf der Suche nach sich selbst, dermaßen charmant, dass das deformierte Riechorgan bald gar nicht mehr auffällt – im Gegenteil: zu ihrer Attraktivität beiträgt. James McAvoy ist als schusseliger, sympathischer, aber ziemlich windiger Love Interest eine sichere Bank, dem liegen diese Typen einfach. Und insofern kann man sich entspannt zurücklehnen und diese fantasievolle, entzückende Geschichte einfach genießen bis zum Schluss, der dann noch ein überraschend starkes Statement in petto hält.


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Alles eine Frage der Zeit (2013)

Regie: Richard Curtis
Original-Titel: About Time
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Fantasy, Komödie, Drama, Rom-Com
IMDB-Link: About Time


Zeitreisegeschichten. Immer ein gutes Thema. Und von Hollywood schon auf solch vielfältige Weise verarbeitet – als Sci-Fi-Epen, als finsteren Dystopien, als Horrorgeschichten, als absurde Komödien – aber es brauchte jemanden mit Eiern wie Richard Curtis, um eine Zeitreise in einen romantischen Liebesfilm zu packen und daraus eine alltägliche Geschichte über die Liebe, das Familienleben, das Älterwerden und die kleinen Entscheidungen im Leben zu machen. Die Prämisse ist wunderbar einfach und wird auch herrlich unprätentiös ohne großes Brimborium vorgestellt: In Tims Familie können alle Männer in die Vergangenheit reisen. Sie müssen sich dafür nur an einen dunklen Ort begeben, die Hände zu Fäusten ballen und an den Moment denken, zu dem sie zurückkehren möchten. Tim, eher der Typ „einsamer Nerd“, nutzt diese Fähigkeit, um nach der Liebe zu suchen. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten findet er sie in der Gestalt von Mary. Es braucht etliche Versuche, um ihr Herz zu gewinnen, aber wenn man theoretisch unendlich viele Möglichkeiten dafür hat, gelingt das auch schüchternen und unsicheren Kerlen wie eben Tim. Der Weg zu seinem Glück ist schon mal entzückend anzusehen – und Domhnall Gleeson und Rachel McAdams haben eine gute Chemie miteinander. Aber damit gibt sich Richard Curtis nicht zufrieden, was den Film in weiterer Folge weit über durchschnittliche Rom-Com-Kost hinaushebt. Denn der Film endet nicht damit, wie die beiden zueinanderfinden. Vielmehr ist das nur eine Zwischenstation auf Tims Weg. In seinem klugen, tiefgründigen Skript, das vielleicht die eine oder andere Länge hat, aber dann doch auch wieder in sich stimmig ist, arbeitet sich Curtis weiter ab an den vielen kleinen Lebensentscheidungen, um der Frage nachzugehen, was am Ende wirklich zählt und was unser Leben kostbar und lebenswert macht. Das Ende ist eines der schönsten, bittersten und wahrhaftigsten Filmenden, die ich seit langem gesehen habe, und – bei allem Respekt vor den vielen weiteren großartigen Momenten, die Richard Curtis in seiner Filmographie geschaffen hat – in meinen Augen sein persönlicher Höhepunkt. Um noch einmal die Zeit ins Spiel zu bringen: Ein Film für die Ewigkeit.


8,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Murray Close – © 2013 – Universal Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

Hotel Transsilvanien (2012)

Regie: Genndy Tartakovsky
Original-Titel: Hotel Transylvania
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Animation
IMDB-Link: Hotel Transylvania


Die Geburt des eigenen Kindes verändert viel. So auch für Dracula, dessen blutrünstige Zeiten vorbei sind. Statt leicht bekleideten Damen nächtens das Blut auszusaugen, kümmert er sich als Witwer und Alleinerzieher lieber um die Erziehung seiner Tochter Mavis. Seine größte Sorge: Dass sie hinausziehen in die weite Welt und dort auf Menschen stoßen könnte – die Erzfeinde der Monster, die unaussprechlichen Geschöpfe, vor der Frankensteins Monster, Poltergeister und Werwölfe angstvoll erzittern. Wem das bekannt vorkommt: Eine ähnliche Idee hat Pixar bereits mit Die Monster AG verarbeitet und das – so viel gleich vorweggenommen – deutlich pfiffiger. Aber zurück zu Dracula und seinen häuslichen Problemen. Er plant zur Feier des 118. Geburtstages seiner Tochter, die damit volljährig wird, eine große Feier in dem von ihm geführten Hotel Transsilvanien, in dem Monster aller Art Zuflucht finden und Urlaub nehmen können von den Menschen, die es sonst auf sie abgesehen haben. Doch Dracula hat bald zwei Probleme am Hals. Erstens: Seine neugierige Tochter interessiert sich allzu sehr für die Welt der Menschen, und Dracula hat ihr einst versprochen, dass sie mit ihrer Volljährigkeit auch hinausziehen kann, um eigene Erfahrungen zu sammeln – ein Versprechen, das er nun bereut. Zweitens: Mit dem jugendlichen Backpacker Johnny verirrt sich plötzlich ein Mensch ins Hotel. Und Dracula hat alle Hände voll zu tun, dafür zu sorgen, dass sich die Welt von Menschen und Monstern auch weiterhin nicht durchmischen und sein Hotel ein Refugium für erholungsbedürftige Monster bleiben kann. „Hotel Transsilvanien“ ist, wie schon erwähnt, nicht auf dem Niveau der großen Pixar-Filme. Dazu sind der Humor dann doch oft zu kindlich und das Spektakel zu bunt und fahrig. Dennoch kann man mit dem Film seinen Spaß haben. Die Monster sind liebevoll animiert, viele Gags zünden, und die Sorgen und Nöte von Dracula sind nur zu gut nachvollziehbar. Die Story ist hingegen fast nebensächlich, und eine zweite, tiefere Ebene sucht man im Drehbuch vergeblich. Ob es dann auch noch zwei Fortsetzungen gebraucht hätte, vermag ich nicht zu sagen – mir scheint das fast zu viel des Guten zu sein.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

I Care a Lot (2020)

Regie: J Blakeson
Original-Titel: I Care a Lot
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Thriller, Komödie, Krimi
IMDB-Link: I Care a Lot


Wie gut, dass es Menschen wie Marla Grayson (Rosamund Pike) gibt, die sich selbstlos aufopfern, um ihren älteren Mitmenschen das Leben so angenehm und komplikationsfrei wie möglich zu machen. Besitztümer können da durchaus Komplikationen mit sich bringen, also sorgt Marla dafür, dass sich die Menschen, die sich in ihrer Fürsorge befinden, nicht länger mit diesen profanen Problemen herumplagen müssen. Auf Marlas Konto ist das Geld sicherlich auch gut verwahrt, nicht wahr? Doch eines Tages legt sich die resolute junge Dame, die vor allem auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist, mit dem falschen Opfer an. Denn an Jennifer Petersons Wohlergehen sind auch durchaus einflussreiche Herrschaften mit zum Teil unorthodoxen Geschäftsgebaren interessiert. Und manche Warnungen, die von windigen Anwälten überbracht werden, sollte man nicht so einfach in den Wind schlagen, wie Marla schon bald feststellen muss. „I Care a Lot“ von J Blakeson beginnt als zynische Komödie über eine gewissenlose Geschäftsfrau, die die Schwächen anderer gnadenlos unter Mithilfe des Rechtsstaates zu ihren Gunsten auszunutzen versteht, und wendet sich dann zu einem teils recht atemlosen Thriller, der sich hätte vermeiden lassen, wenn Marla nicht so verdammt von sich selbst überzeugt gewesen wäre. Wie gesagt, manche Fehler bereut man bitterlich, aber dann ist es schon zu spät, und du rennst um dein nacktes Leben. Eine runde Geschichte ist das zwar nicht, aber unterhaltsam allemal. Das liegt vor allem an einer grandiosen Rosamund Pike, kürzlich für ihre Darstellung erst mit einem Golden Globe geadelt, der es gelingt, beim Zuseher eine unangenehme Ambivalenz entstehen zu lassen: Einerseits wünscht man ihrem Miststück alles erdenklich Schlechte, andererseits fiebert man dann doch auch wieder mit und hofft auf ihr Überleben. Begleitet wird Pike von einem soliden Nebencast: Peter Dinklage (mal richtig grimmig), Dianne Wiest und Eiza González an vorderster Front, die ihre Sache allesamt sehr gut machen. Dennoch ist und bleibt „I Care a Lot“ eine Rosamund Pike-Soloshow. Und das reicht aus für einen spannenden Filmabend.


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Pacific Rim (2013)

Regie: Guillermo del Toro
Original-Titel: Pacific Rim
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Science Fiction, Action
IMDB-Link: Pacific Rim


Ja, manchmal möchte man als Filmemacher eben einfach nur Aliens vermöbeln. Am besten gigantische Aliens aus einer anderen Dimension, die über den Pazifik in unsere Welt kommen. Und am besten mit überdimensionierten, vom Militär entwickelten Robotern. Man kann sich gut vorstellen, wie der kleine Guillermo del Toro so lange auf sein Transformers-Spielzeug gestarrt hat, während im Hintergrund ein Godzilla-Film gelaufen ist, bis sich allmählich die Idee zu „Pacific Rim“ (nicht zu verwechseln mit „Pacific Rimming“ – das ist ein anderes Genre) aus seinen sehnsüchtigen Blicken geformt hat. 2013 brachte er dann die Geschichte seines inneren Kindes auf die große Leinwand. Gigantische Wasseraliens. Ebenso gigantische Roboter. Und dann immer fest drauf! Mittendrin ein Charlie Hunnam, der der ganzen Film über so läuft, als müsste er dringend aufs Klo, dazu das Charisma von Idris Elba und Rinko Kikuchi, die 2006 für ihre Rolle in „Babel“, dem Film von del Toros Buddy Alejandro González Iñárritu, immerhin für einen Oscar nominiert wurde – was für ihren Auftritt in „Pacific Rim“ allerdings eine vermessene Erwartungshaltung gewesen wäre. Dazu gibt es zwei amüsante bis nervige, weil komplett überzeichnete Wissenschaftler (Charlie Day und Burn Gorman), und für die Edeloptik sorgt das Gesicht von Ron Perlman, der immer dort zu finden ist, wo es finstere Blicke zu erben gibt. Das alles hat man schon auch schlechter gesehen. Und wenn man „Pacific Rim“ als das nimmt, was es ist, nämlich einfach völlig hirnrissige Monster-Roboter-Action ohne große Story, dann ist der Film sehr unterhaltsam und sorgt für zwei kurzweilige Stunden. Dass es Guillermo del Toro besser und vor allem subtiler kann, hat er in anderen Filmen längst bewiesen. Hier wollte er halt einfach mal klotzen, und es sei ihm vergönnt.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Courtesy of Warner Bros. Picture – © 2013 Warner Bros. Entertainment Inc. and Legendary Pictures Funding, LLC, Quelle http://www.imdb.com)

Mars Attacks! (1996)

Regie: Tim Burton
Original-Titel: Mars Attacks!
Erscheinungsjahr: 1996
Genre: Science Fiction,Komödie, Satire
IMDB-Link: Mars Attacks!


Die frohe Kunde: Wir sind nicht allein im Weltall! Preiset die Marsianer, die sich herablassen zu uns Erdlingen und uns Erleuchtung bringen. Zu Ehren dieser weitgereisten Weisen gibt es den Rest meiner Rezension auf Marsianisch: Ack ack ack ack! Ack! Ack ack ack! Ack ack ack! Ack ack ack ack! Ack ack ack ack ack ack ack! Ack ack! Ack ack ack ack ack! Ack ack ack ack! Ack! Ack ack ack ack ack! Ack ack ack! Ack ack! Ack ack ack! Ack ack ack ack ack! Ack ack ack ack ack! Ack! Ack ack! Ack ack ack ack ack ack ack ack! Ack ack ack ack ack ack! Ack ack! Ack ack ack! Ack ack ack ack! Ack ack ack ack ack ack ack ack ack ack! Ack ack ack! Ack ack ack! Ack ack ack ack! Ack ack ack! Ack ack! Ack ack ack! Ack ack ack ack! Ack ack ack ack ack! Ack! Ack ack! Ack ack ack ack! Ack ack ack ack ack! Ack ack! Ack ack! Ack ack ack ack! Ack ack ack ack ack ack ack ack ack ack! Ack ack ack! Ack ack ack! Ack ack ack ack! Ack ack ack ack ack ack! Ack ack! Ack ack ack! Ack ack ack ack! Ack ack ack ack ack ack ack ack ack ack! Ack ack ack! Ack ack ack! Ack ack ack ack! Ack ack ack! Noch Fragen? Ja? Nein? Auf jeden Fall einfach mal Film ab und Tim Burton dabei zusehen, wie er genüsslich zu unserem größten Vergnügen seine grünen Männchen Chaos stiften lässt und fast seinen gesamten Cast wortwörtlich verpulvert. Der Cast hat es überhaupt in sich. Nicht weniger als 31 Oscar-Nominierungen für Schauspiel finden sich darunter, die prominentesten davon sicherlich Jack Nicholson, Glenn Close, Natalie Portman, Pierce Brosnan, Annette Bening, Sarah Jessica Parker, Michael J. Fox, Danny DeVito, Rod Steiger, Christina Applegate, Jack Black, Pam Grier, Martin Short und nicht zuletzt Tom Jones, der die Ehre hat, am Ende eine neue Ära einzusingen. Und was man auch noch festhalten muss: Selbst Jodeln hat seine Daseinsberechtigung. Ack ack ack!


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)