Autor: Filmkürbis

Matrix (1999)

Regie: Lana und Lilly Wachowski (als Andy und Larry Wachowski)
Original-Titel: The Matrix
Erscheinungsjahr: 1999
Genre: Science Fiction, Action
IMDB-Link: The Matrix


Was war das damals für ein Hype! Matrix hier, Matrix da, die Kritiker haben sich überschlagen, das Publikum hat den Kinoketten die Karten aus den Händen gerissen und für einen 17jährigen angehenden Film-„Kritiker“ war das neue Sci-Fi-Spektakel natürlich The Shit, den man unbedingt gesehen haben musste. Etwas über zwei Jahrzehnte später die Frage, was davon geblieben ist. Also reingesprungen in einen Re-Watch der Trilogie und dabei schon in den ersten Minuten die Feststellung: Die Action fetzt noch immer! Der Film sieht auch nach heutigen Maßstäben unglaublich gut aus und wirkt abgesehen von einigen mittlerweile überholten technischen Gadgets auch jetzt noch am Puls der Zeit. Das Tempo ist hoch, die Kampfszenen, die zum Teil in Slow Motion gezeigt werden, drücken den Zuseher in den Sitz, die Geschichte selbst ist auch heute noch ein Meilenstein der Science Fiction-Dystopien. Zumindest wenn man alles nach Teil eins ausblendet und die Fortsetzungen „Matrix Reloaded“ und „Matrix Revolutions“ ignoriert. Denn während Teil 1 noch ein philosophisch angehauchtes Meisterwerk rund um den Erlöser Neo (Keanu Reeves), dessen Entourage (Carrie-Ann Moss und Laurence Fishburne) sowie dessen Nemesis in der künstlichen Matrix, Agent Smith (Hugo Weaving als ikonischer Bösewicht), und die Frage nach einem selbstbestimmten Leben und die Freiheit als höchstes Gut ist, sind Teil 2 und 3 nur noch gut gemachte, aber inhaltlich wertlose Action-Vehikel, die sogar im Nachhinein ein schlechtes Licht auf Teil 1 werfen. Davon später mehr. Wenn man ausblendet, was nach Teil 1 kam, ist und bleibt „Matrix“ ein Meilenstein der Science Fiction und ein nahezu perfekter Film, der auch zwanzig Jahre später nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.


9,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat:  © Warner Bros. Ent., Quelle http://www.imdb.com)

Juhu – eine Coronajahr-Liste!

Weil es auch etwas Positives geben muss in diesem Scheiß-Jahr, hier der Jahresrückblick meiner Top30-Filme des Jahres. Gleich vorweg: Die Liste, aus der ich ausgewählt habe, war dieses Jahr deutlich kürzer als sonst. Was einfach daran liegt, dass die Kinos über weite Strecken des Jahres geschlossen hatten und sich viele Filmstarts ins Jahr 2021 verschoben haben. Wie gesagt, 2020 war großer Mist. Glücklicherweise trotzdem immer wieder aufgehellt von einigen filmischen Perlen. Die geringe Auswahl zeigt sich aber in der Liste selbst: Auch ein Film mit einer Bewertung von 6,0 hat es unter meine Top30-Filme des Jahres geschafft. Aber genug geschwafelt, jetzt rein in die Liste. Zur Erinnerung: Aufgenommen werden ausschließlich neue Filme aus 2019 oder 2020, die ich 2020 im Kino gesehen habe, oder Produktionen aus 2020, die dieses Jahr ihren Streaming-Start hatten.

  1. Waves von Trey Edwards Shults (9,0 Kürbisse)
    Irgendwie war „Waves“ ja so etwas wie ein Vorgeschmack auf das ganze Jahr 2020. Am Anfang ist alles friedlich und wunderbar, man lebt sein geregeltes, bürgerliches Leben – und dann tritt ein Ereignis eine Kette von beschissenen weiteren Ereignissen los und man ist nur noch Passagier. Am Ende wartet immerhin die Aussöhnung mit dem Schicksal – hoffen wir, dass 2021 diese auch bringen wird.
  2. The Gentlemen von Guy Ritchie (8,5 Kürbisse)
    Mister Guy Ritchie ist zurück – und er macht in „The Gentlemen“ das, was er am besten kann: Kleinganoven in aberwitzige Situationen hetzen, sich gegenseitig betrügen und dabei coole Dialogzeilen aufsagen. Der neueste Film von Ritchie ist ein Feuerwerk gewitzter und cooler Unterhaltung – und zeigt Hugh Grant einmal in einer komplett anderen Rolle als üblich.
  3. Tenet von Christopher Nolan (8,5 Kürbisse)
    Der Mindfuck des Jahres. Mitten in der Corona-Pandemie ließ es sich Christopher Nolan, der Cineast, nicht nehmen, seinen neuesten Film in die Kinos zu bringen. Und auch wenn gefühlt niemand im Kinosaal verstanden hat, was er da gesehen hat, so haben sich die unfassbaren Bilder dennoch ins Langzeitgedächtnis eingebrannt. Ein Film, den man auf der großen Leinwand gesehen haben sollte.
  4. Niemals Selten Manchmal Immer von Eliza Hittman (8,0 Kürbisse)
    Eine einfache Geschichte, ein Thema, auf das ich nicht unbedingt anspringe (Teenager-Schwangerschaft und Abtreibung), aber so gefühlvoll und lebensnah erzählt, dass man den Film unbedingt zu den ganz großen Highlights des Kinojahres zählen muss.
  5. Nomadland von Chloe Zhao (8,0 Kürbisse)
    Smells like Oscar nominations. „Nomadland“ von Chloe Zhao ist ein Meisterwerk mit einer einmal mehr überragenden Frances McDormand. Ohne auch nur ein Gramm Pathos erzählt Chloe Zhao von unfreiwilligen modernen Nomaden in den USA, die sich von Kurzzeit-Job zu Kurzzeit-Job hangeln und mit ihren Träumen abgeschlossen haben.
  6. Parasite von Bong Joon-ho (8,0 Kürbisse)
    Die Sensation der Oscar-Verleihung 2020, der erste fremdsprachige Film, der den Oscar als bester Film gewonnen konnte. „Parasite“ ist ein gewagtes Stück Kino, das zwischen allen Stühlen sitzt und scheinbar mühelos von einem Genre zum nächsten wechselt. Ein verdienter Sieger – und einer, der im Gegensatz zu manch anderen Filmen (ja, ich schaue dich an, Green Book!) auch bleiben wird.
  7. Aufzeichnungen aus der Unterwelt von Tizza Covi und Rainer Frimmel (8,0 Kürbisse)
    Ein paar verlebte Wiener Strizzis, eine Kamera, die die zerfurchten Gesichter in Schwarz-Weiß aufnimmt, mehr braucht es nicht für einen interessanten Film. „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“ zeigt, wie spannend das Leben sein kann, wenn man die Leute reden lässt und ihnen zuhört. Denn die besten Geschichten schreibt das Leben selbst.
  8. 1917 von Sam Mendes (8,0 Kürbisse)
    Eine technische Meisterleistung und der Krieg so unmittelbar, wie man ihn seit der D-Day-Szene aus „Saving Private Ryan“ nicht mehr gesehen hat. Sam Mendes‘ Echtzeit-Kriegsdrama „1917“ gehörte zu den ganz großen Oscar-Favoriten und war letztlich doch geschlagen, was aber nichts daran ändert, dass der Film großartig gemacht ist.
  9. Gunda von Victor Kossakovsky (8,0 Kürbisse)
    Der kleinste Film in meinen Top10. Eine Sau, ihre Ferkeln, ein paar Hühner, ein paar Rinder. Tiere, die einfach nur dabei beobachtet werden, wie sie Tiere sind, und irgendwann im Laufe der Zeit verweist der Film allein durch die Betrachtung auf das größere Ganze, dessen Teil wir alle sind. Eine positive Überraschung meiner Viennale 2020.
  10. Systemsprenger von Nora Fingscheidt (7,5 Kürbisse)
    Der Film erzählt von dem Mädchen Benni, das nicht in unser System passt. Wie leicht hätte aus diesem Thema ein tränentriefendes, pathetisches Kitsch-Stück werden können. Dass der Film ernsthaft und konsequent ist, ist eine große Leistung, die auch verdientermaßen mit allerlei Preisen gewürdigt wurde.
  11. Little Women von Greta Gerwig (7,5 Kürbisse)
  12. Die Wütenden – Les Misérables von Ladj Ly (7,5 Kürbisse)
  13. Knives Out – Mord ist Familiensache von Rian Johnson (7,5 Kürbisse)
  14. Tragic Jungle von Yulene Olaizola (7,5 Kürbisse)
  15. The Old Man Movie von Oskar Lehemaa und Mikk Mägi (7,5 Kürbisse)
  16. Der Rausch von Thomas Vinterberg (7,5 Kürbisse)
  17. Intrige von Roland Polanski (7,5 Kürbisse)
  18. The World to Come von Mona Fastvold (7,5 Kürbisse)
  19. The Assistant von Kitty Green (7,0 Kürbisse)
  20. Vergiftete Wahrheit von Todd Haynes (7,0 Kürbisse)
  21. Die perfekte Kandidatin von Haifaa Al Mansour (7,0 Kürbisse)
  22. First Cow von Kelly Reichardt (7,0 Kürbisse)
  23. The Devil All the Time von Antonio Campos (7,0 Kürbisse)
  24. Pelikanblut von Katrin Gebbe (7,0 Kürbisse)
  25. On the Rocks von Sofia Coppola (7,0 Kürbisse)
  26. Marie Curie – Elemente des Lebens von Marjane Satrapi (7,0 Kürbisse)
  27. Kajillionaire von Miranda July (6,5 Kürbisse)
  28. Die Zahlen von Oleg Sentsov (6,5 Kürbisse)
  29. Die Frau, die rannte von Hong Sang-soo (6,5 Kürbisse)
  30. Schlaf von Michael Venus (6,0 Kürbisse)

Sunshine Cleaning (2008)

Regie: Christine Jeffs
Original-Titel: Sunshine Cleaning
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Komödie, Drama
IMDB-Link: Sunshine Cleaning


Manchmal verteilt das Leben die Karten höchst ungerecht. Davon kann die alleinerziehende Rose (Amy Adams) ein Lied singen. Eigentlich möchte sie Immobilienmaklerin werden, aber die finanziellen Engpässe verdammen sie dazu, als Putzkraft ihr Leben zu bestreiten. Ihre jüngere Schwester Norah (Emily Blunt) ist auch mehr ein Klotz am Bein. Und ihr Vater Joe (Alan Arkin) fällt mit dubiosen Geschäftsideen, unter anderem einen Shrimps-Großhandel, auch immer wieder auf die Nase. Roses Affäre Mac (Steve Zahn), ein verheirateter Polizist, bringt sie schließlich auf die Idee, sich als Tatort-Reinigerin selbständig zu machen. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten stellt sich bald heraus, dass diese spezielle Nische vielleicht nicht reich macht, aber mehr Geld einbringt als die üblichen Putz-Jobs. Und auch die angespannte Beziehung zu ihrer Schwester, die sie mit ins Boot holt, verbessert sich allmählich. „Sunshine Cleaning“ ist eine Tragikomödie, bei der trotz des launigen Themas die stillen, dramatischen Momente die Oberhand haben. Man sollte sich nicht vom Titel oder Werbetexten in die Irre führen lassen – „Sunshine Cleaning“ ist kein Feelgood-Movie a la „Little Miss Sunshine“, mit dem immerhin eine Ähnlichkeit im Titel besteht. Stattdessen hat Christine Jeffs den Fokus klar auf die Widrigkeiten des Lebens, die einer alleinerziehenden Working Mom so widerfahren, gerichtet, auf die zerplatzten Träume und auf fragile Familiengebilde. Solche stillen, kleinen Filme, in denen nicht viel passiert außer dem Leben selbst, muss man mögen. Aber auch wenn „Sunshine Cleaning“ mögliche Erwartungen unterläuft und stellenweise auch etwas mehr Tempo vertragen hätte, so ist die Geschichte klug erzählt und von überragenden Schauspielleistungen von Amy Adams und Emily Blunt getragen. Lediglich Alan Arkin hat es sich ein wenig zu einfach gemacht, in dem er seine Oscar-gewinnende Rolle aus „Little Miss Sunshine“ schlicht wiederholt hat. So gibt es dann doch noch eine weitere Parallele dieser beiden Filme abseits des Titels.


6,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Gremlins – Kleine Monster (1984)

Regie: Joe Dante
Original-Titel: Gremlins
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Komödie, Horror, Weihnachtsfilm
IMDB-Link: Gremlins


Ich denke, diese goldenen Regeln sind allseits: „Setze sie niemals dem Licht aus! Bringe sie nie mit Wasser in Berührung! Und vor allem – die wichtigste Regel: Füttere sie nie nach Mitternacht“. Die Rede ist natürlich von meiner Katze Clarisse. Zufälligerweise passen diese drei Regeln auch sehr gut auf die putzigen Mogwais, die bei Nichtbeachtung zu weniger putzigen Gremlins mutieren. Das muss auch bald Billy (Zach Galligan) erfahren. Der hat von seinem Vater den kleinen Gizmo geschenkt bekommen, aber weil man halt verantwortungsvolle Aufgaben auch verantwortungsvollen Leuten übertragen sollte, ploppen nur wenige Tage nach dem Bonding zwischen Gizmo und Billy garstige Gremlins aus dem wuscheligen Kerlchen hervor, die fortan danach streben, möglichst viel Chaos zu verbreiten und die Kleinstadt, in der Billy lebt, in Schutt und Asche zu legen. Die Art und Weise, wie sie an diese große Aufgabe herangehen, ist auch heute noch wahnsinnig komisch. Klar, der Film ist veraltet, die Special Effects rufen bei allen Filmfans, die im neuen Jahrtausend geboren wurde, bestenfalls ein Stirnrunzeln hervor, und der beste Schauspieler der ganzen Truppe ist Hund Mushroom, aber dennoch versprüht „Gremlins – Kleine Monster“ von Joe Dante auch heute noch unglaublich viel Charme und unterhält bestens. Als Zuseher hat man mindestens genauso viel Spaß wie die Gremlins bei ihrer Tour der Verwüstung. Fast ist es schade, wenn diese am Ende ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.


7,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

The Christmas Chronicles (2018)

Regie: Clay Kaytis
Original-Titel: The Christmas Chronicles
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Komödie, Weihnachtsfilm, Abenteuerfilm
IMDB-Link: The Christmas Chronicles


Im Leben eines profilierten Schauspielers kommt unweigerlich der Punkt, an dem er sich einen Bart wachsen lässt und Santa Claus spielt. Nun ist Kurt Russell dran, und abgesehen von der fehlenden Wampe (die im Film auch exzessiv thematisiert wird) gibt er einen richtig guten Santa Claus ab. Ein bisschen grimmig, ein bisschen arg von sich überzeugt, aber auf der Höhe der Zeit und mit der Schnelllebigkeit des modernen Lebens vertraut. Und alles würde seinen gewohnten Gang nehmen wie jedes Jahr zu Weihnachten, würden nicht die beiden Kinder Teddy und Kate (Judah Lewis und Darby Camp) mit ihrem Versuch, den Weihnachtsmann auf Video zu bannen, dazwischenfunken. Kurze Zeit später liegt der Schlitten in Trümmern, die Rentiere sind über ganz Chicago verstreut und der Sack mit den Geschenken ist verloren. Um Weihnachten noch zu retten, müssen sich Santa und seine beiden unfreiwilligen Gefährten zu einem Team zusammenraufen. „The Christmas Chronicles“ beginnt vielversprechend, und die erste halbe Stunde ist tatsächlich sehr charmant und stellenweise witzig. Dann nimmt der Film aber eine Talfahrt auf, die selbst Franz Klammer vor Neid erblassen lassen würde. Spätestens in der Szene, als die Kinder zum ersten Mal auf die Weihnachtselfen stoßen, hat mich der Film komplett verloren. Diese Elfen sind der Stoff, aus dem Kinderalbträume sind. Zudem passen sie nicht im geringsten zum Rest des Films. Dazu kommt noch eine komplett entbehrliche Musikeinlage im Knast, und so gut wie jede Szene schreit förmlich: „Seht mich an, ich bin verdammt noch mal der Weihnachtszauber, ihr hirnlosen Zombies vor der Glotze!“ Und darauf antworte ich: „Danke, aber nein danke.“ Dann lieber doch Hans Gruber zuschauen, wie er vom Dach des Nakatomi Towers fällt.


4,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Photo by Michael Gibson, Quelle http://www.imdb.com)

I Feel Pretty (2018)

Regie: Abby Kohn und Marc Silverstein
Original-Titel: I Feel Pretty
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Komödie
IMDB-Link: I Feel Pretty


Hollywood gaukelt uns vor, dass Menschen so aussehen wie Scarlett Johansson und Brad Pitt. Die meisten sehen aber aus wie Elfie Maier und Karl Pospisil. Elfie hat Hüftspeck, einen knallrot gefärbten Pagenkopf, der vielleicht irgendwann mal wieder modern werden könnte, und der violette Nagellack blättert schon leicht ab. Karl konnte sich nie von seiner Rotzbremse trennen, während oben das Haar schon schütter wird und die Augen hinter 8 Dioptrien-Aquarienbecken hervorstehen wie bei einem Toon aus „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, wenn diesem ein Klavier auf den Kopf fällt. Und das ist auch gut so. Die meisten von uns sind eben mehr Elfie und Karl und weniger Scarlett und Brad. Renee (Amy Schumer), die für die im Keller gehaltene online-Abteilung eines Modegiganten arbeitet, hat damit aber ein Problem. Ihr fällt dann zwar kein Klavier auf den Kopf, aber a leichta Stessa, wie man bei uns sagt, am Fitnessgerät tut’s auch. Seitdem sieht sie sich selbst als die hübscheste, begehrenswerte Frau der Welt inklusive Modelfigur. Und voila: Ihr neues Auftreten öffnet ihr auch neue Türen, die beruflich bis zur Chefin des Kosmetikkonzerns selbst (eine herrlich verpeilte Michelle Williams) und privat zu Dates mit dem sympathischen Ethan (Rory Scovel) führen. Die sympathische Botschaft des Films ist: Du brauchst nicht die Bestätigung von außen, um mit dir zufrieden zu sein. Es ist alles auch eine Frage der Einstellung sich selbst gegenüber. Andererseits verschenkt der Film auch Potential, indem er sich so sehr auf die äußere Hülle und deren Wahrnehmung konzentriert und damit stellenweise seine eigene Botschaft unterläuft. Ja, der Film hat seine Momente, seine witzigen, die einen lauthals auflachen lassen, seine sympathischen, bei denen einem das Herz aufgehen. Unterm Strich ist „I Feel Pretty“ aber nichts, woran ich mich besonders lange erinnern werde.


5,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat:  Photo by Mark Schfer/Courtesy of STXfilms – © Motion Picture Artwork 2017 STX Financing, LLC, Quelle http://www.imdb.com)

Versprochen ist versprochen (1996)

Regie: Brian Levant
Original-Titel: Jingle All the Way
Erscheinungsjahr: 1996
Genre: Komödie, Weihnachtsfilm
IMDB-Link: Jingle All the Way


„Versprochen ist versprochen“ von Brian Levant erzählt die tragische Geschichte, wie der junge Anakin Skywalker (Jake Lloyd) von seinem Vater (Arnold Schwarzenegger) so lange verarscht wird, bis er zu Darth Vader wird und die Sünden des Vaters an seinen eigenen Kindern wiederholt. Der originelle Zugang des Films ist hierbei, dass sich die Geschichte auf den Vater konzentriert und der kleine Anakin, der hier seltsamerweise Jamie heißt, nur am Rande vorkommt. Auch das mit den Jedi-Kräften haben sie bei dieser Star Wars-Origins-Story sträflich vernachlässigt, was den eingeschworenen Fans natürlich sauer aufstößt. Gut, der in diesem Film verzweifelt gesuchte „Turbo-Man“ hat Kräfte, die an einen Jedi erinnern, und des Vaters Nemesis, der Postbote Myron (Sindbad) gehört definitiv zur dunklen Seite der Macht. Einen Millennium Falken gibt es aber nicht, dafür aber ein aggressives Rentier. Man muss eben die Viecher nehmen, die man bei der Hand hat. Ein wenig mehr Gravitas hätte dem Film sicherlich gut getan, aber George Lucas war wohl gerade anderweitig beschäftigt, und Harrison Ford bereitete sich auf seine Rolle als US-Präsident in „Air Force One“ vor. So setzten die Drehbuchautoren und Produzenten sowie Regisseur Brian Levant voll auf den Klamauk-Faktor nach dem Motto „Wenn uns die Zuseher schon die Ewoks abgekauft haben, dann funktioniert das Ding hier auch“. Und natürlich gibt’s ein Happy End, die dunkle Seite wird besiegt, und es bleibt dem Junior der Familie überlassen, später in Form von Hayden Christensen auf die dunkle Seite der Macht zu wechseln, während ein Darth Arnie gerade noch verhindert wird. Ende gut, alles gut. „Rogue One“ war aber besser.


5,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Schöne Bescherung (1989)

Regie: Jeremiah S. Chechik
Original-Titel: National Lampoon’s Christmas Vacation
Erscheinungsjahr: 1989
Genre: Komödie, Weihnachtsfilm
IMDB-Link: National Lampoon’s Christmas Vacation


Wie heißt es so schön? Besuch macht immer Freude. Entweder beim Kommen oder beim Gehen. Dies kann auch Clark Griswold (Chevy Chase) gut nachvollziehen. Statt einem besinnlichen Weihnachten mit der engen Familie (Beverly D’Angelo, eine unglaublich junge Juliette Lewis und Johnny Galecki, dem man den künftigen Physik-Nerd nicht im geringsten anmerkt), fällt kurzerhand die ganze Verwandtschaft ein: Seine Eltern, die Eltern seiner Frau und zu guter Letzt auch noch sein debiler Cousin Eddie (Randy Quaid) samt Familie. Vorbei ist es mit dem ruhigen Weihnachtsfest, noch dazu, wo nun Clarks Ehrgeiz angestachelt ist, das denkwürdigste Weihnachten in der Geschichte von Weihnachten auf die Beine zu stellen. Dass dieser Schuss nach hinten losgeht, kann man sich denken. „Schöne Bescherung“ (auch unter dem Alternativtitel „Hilfe, es weihnachtet sehr“ hierzulande vertrieben) ist ein Weihnachtsklassiker. Die Story kann man getrost als Strohstern auf einen Baum hängen, das ist nicht die Stärke des Films, aber bei allem Klamauk und Slapstick kann man den ganzen Wahnsinn und den Anspruch, den Clark an sich selbst stellt, gut nachvollziehen und mit dem überforderten Antihelden mitleiden. Wer möchte nicht, dass alles perfekt läuft, wenn die ganze Bagage … äh … Familie über Weihnachten ins Haus einfällt? Die Zeitlosigkeit des Themas und auch der meisten Gags ist die große Stärke des Films. Und spätestens, wenn am Ende die Plastik-Santa-Figur samt Schlitten über die Vorstadt geschossen wird, und die schon etwas demente, aber entzückende Tante Bethany (Mae Questel) ergriffen The Star-Spangled Banner intoniert, hat man das Gefühl: Weihnachten kann kommen.


7,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Man lernt nie aus (2015)

Regie: Nancy Meyers
Original-Titel: The Intern
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Komödie
IMDB-Link: The Intern


In der Pension kann es rasch fad werden, vor allem, wenn man keine Familie mehr um sich hat. Das weiß auch Ben Whittaker (Robert De Niro), weshalb er sich kurzerhand bei einem „Senior Internship Programm“ bewirbt. Das „Senior“ ist hierbei durchaus wörtlich zu verstehen, weshalb er sich plötzlich in einem hippen Mode-Start-Up, geleitet von Kontrollfreak Jules (Anne Hathaway), wiederfindet. Nach anfänglichen Eingewöhnungs-Schwierigkeiten, die vor allem mit der Technik von heute zu tun haben, zeigt sich allmählich, dass der erfahrene und stets höfliche, ausgeglichene Ben tatsächlich eine große Hilfe ist. Und auch die anfangs skeptische Jules weiß ihren neuen Mitarbeiter bald zu schätzen. „Man lernt nie aus“ – im Original ganz simpel „The Intern“ – ist ein wundervoll warmherziger Film Marke Nancy Meyers. Das heißt, dass der Plot einigermaßen überraschungsfrei durchmarschiert, aber von so sympathischen Figuren getragen wird, dass es nichts ausmacht, wenn das eine oder andere Klischee bedient wird. Aber Nancy Meyers versteht es einfach, liebevolle, kleine Filme zu drehen, in denen die Welt gut ist und die meisten Schwierigkeiten überwunden werden können, ohne dass es dafür eine Zauberhand oder Deus Ex Machina braucht. Nancy Meyers glaubt fest an den Grundsatz „Durchs Reden kommen die Leute zusammen“, und das zieht sich durch all ihre Filme. Dazu kommt, dass Robert De Niro den alten Praktikanten entzückend spielt, als einen Sir des alten Stils, der aber kein Problem damit hat, auch Neues zu lernen. Am Ende des Films möchte man mit jeder einzelnen Filmfigur befreundet sein. Und das ist nicht das Schlechteste, was ein Film erreichen kann.


6,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Photo by Francois Duhamel – © 2014 Warner Bros. Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment LLC, Quelle http://www.imdb.com)